
Finn
Chief Recruiter
5. Februar 2026
•4 Min. Lesezeit
Teil von Recruiting Daten & Statistiken für Schweizer KMU: Der umfassende Leitfaden | heyFinn
Kurzarbeit steigt 48%: Die versteckte Recruiting-Chance
10'785 Arbeitnehmende sind aktuell von Kurzarbeit betroffen – und viele davon schauen sich um. Wie KMU diese Situation ethisch nutzen können.
Kurzarbeit ist für Betroffene belastend – aber für clevere Recruiter eine unterschätzte Chance. Die neuesten SECO-Daten zeigen: Die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit ist um 48.2% gestiegen. Das bedeutet: Tausende qualifizierter Fachkräfte sitzen in unsicheren Situationen – und sind offen für Angebote.
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Jetzt startenDie Zahlen: Kurzarbeit auf dem Vormarsch
Die SECO-Statistik vom Dezember 2025 zeigt einen klaren Trend: - 10'785 Arbeitnehmende in Kurzarbeit (September 2025) - 707 Betriebsabteilungen betroffen - +48.2% mehr Betriebe als im Vorjahr - +13.7% mehr betroffene Arbeitnehmer YoY - 228 Mio. CHF Kurzarbeitsentschädigung 2025 (vs. 192 Mio. 2024) Das ist keine COVID-artige Explosion – aber ein stetiger Anstieg, der bestimmte Branchen und Regionen überproportional trifft.
Welche Branchen am stärksten betroffen sind
- Maschinen-, Elektro- und Metallberufe (MEP): Export-Schwäche
- Uhrenindustrie: Strukturwandel und Nachfragerückgang
- Teile des verarbeitenden Gewerbes: Energiekosten und Konkurrenz
- IT-Bereich: Nach dem Boom folgt Konsolidierung
- Einzelhandel (stationär): E-Commerce-Druck
- Zulieferindustrie: Automobilkrise wirkt nach
Warum Kurzarbeiter ideale Kandidaten sind
Menschen in Kurzarbeit haben ein besonderes Profil: 1. Sie sind qualifiziert – sonst wären sie entlassen worden, nicht in Kurzarbeit geschickt. 2. Sie sind verfügbar – mit reduzierten Stunden haben sie Zeit für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. 3. Sie sind motiviert – die Unsicherheit treibt sie an, Alternativen zu suchen. 4. Sie sind realistisch – wer Kurzarbeit erlebt hat, weiss Stabilität zu schätzen. 5. Sie sind sofort einsatzbereit – keine langen Kündigungsfristen. Das ist ein Traumkandidat-Profil für KMU, die schnell jemanden brauchen.
Die Arbeitslosenquote erreicht 3.1%, aber die eigentliche Reserve an wechselwilligen Talenten ist viel grösser: 84'349 Menschen sind beschäftigt, aber aktiv auf Stellensuche. Dazu kommen Tausende in Kurzarbeit.
Die ethische Frage: Ist das 'Abwerben'?
Ist es moralisch okay, Mitarbeiter aus Kurzarbeit-Firmen zu rekrutieren? Ja, unter bestimmten Bedingungen: - Sie bieten eine echte Verbesserung (Stabilität, Entwicklung, bessere Konditionen) - Sie sind transparent über Ihre Situation und Erwartungen - Sie drängen niemanden – Sie machen ein Angebot, keine Drohung - Sie respektieren Kündigungsfristen und rechtliche Rahmen Das ist kein 'Abwerben' – das ist faire Marktwirtschaft. Sie bieten jemandem in einer schwierigen Situation eine bessere Alternative. Das ist ethisch nicht nur vertretbar, sondern positiv.
Ethisch vs. Unethisch rekrutieren
So nicht
- Gezielt Unsicherheit schüren
- Falsche Versprechungen machen
- Vertrauliche Infos ausnutzen
- Kündigungsfristen ignorieren
- Mitarbeiter unter Druck setzen
So richtig
- Offen und ehrlich kommunizieren
- Realistische Erwartungen setzen
- Öffentliche Kanäle nutzen
- Faire Übergangszeiten einräumen
- Entscheidung dem Kandidaten lassen
Tipp für KMU: Viele Unternehmen generieren mit automatisierten Kampagnen und Social Boost schnell passende Bewerbungen.
So identifizieren Sie Kurzarbeit-Branchen
Nicht jede Branche ist gleich betroffen. So finden Sie die richtigen Pools: 1. SECO-Statistiken prüfen: Die monatlichen Berichte zeigen Branchen und Regionen. 2. News verfolgen: Massenentlassungs-Ankündigungen und Kurzarbeit-Meldungen sind öffentlich. 3. LinkedIn-Aktivität beobachten: Plötzlich aktive Profile aus bestimmten Firmen? Ein Signal. 4. Branchenverbände kontaktieren: Sie wissen, wo es kriselt. 5. Lokale Medien lesen: Regionalzeitungen berichten über Firmen in Schwierigkeiten. Das ist keine Spionage – das sind öffentlich zugängliche Informationen.
Konkrete Recruiting-Taktiken
- Targeted LinkedIn Ads: Berufsbezeichnung + Region mit Kurzarbeit-Hotspots
- Google Ads: 'Jobs [Branche] [Region]' – Kurzarbeiter googlen aktiv
- Branchenevents: Networking auf Messen betroffener Industrien
- Mitarbeiter-Empfehlungen: Fragen Sie Ihr Team nach Ex-Kollegen
- Lokale Facebook-Gruppen: 'Jobs in [Region]' – oft genutzt
- Karrieretage an Berufsschulen: Für Umschulungs-Interessierte
Die Botschaft, die funktioniert
Wenn Sie Kurzarbeiter ansprechen, ist die richtige Botschaft entscheidend: Nicht: 'Wir wissen, dass es bei Ihnen kriselt' Sondern: 'Wir suchen erfahrene Fachkräfte aus [Branche], die in einem stabilen Umfeld wachsen wollen' Nicht: 'Verlassen Sie das sinkende Schiff' Sondern: 'Unsere Auftragsbücher sind voll – und wir brauchen Verstärkung' Nicht: 'Kurzarbeit ist ein Warnsignal' Sondern: 'Bei uns haben Sie Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten' Die Botschaft ist positiv (was Sie bieten) statt negativ (was der andere verliert).
Timing ist alles
Die SECO-Daten zeigen einen saisonalen Verlauf der Kurzarbeit: - Januar-Juni: Rückgang (saisonal) - Juli-Dezember: Anstieg Aktuell (Januar 2026) befinden wir uns am Höhepunkt. Das ist die beste Zeit, um: 1. Jetzt Anzeigen schalten – Betroffene suchen aktiv 2. Jetzt Gespräche führen – Kündigungsentscheidungen fallen bald 3. Jetzt Angebote machen – bevor die Konkurrenz aufwacht Wer bis März wartet, verpasst die Welle.
Kurzarbeit-Recruiting vs. Standard-Recruiting
Standard-Recruiting
- Breite Streuung
- Lange Wartezeiten
- Viele unqualifizierte Bewerbungen
- Hohe Gehaltserwartungen
- Lange Kündigungsfristen
Kurzarbeit-Recruiting
- Gezielte Ansprache
- Hohe Reaktionsgeschwindigkeit
- Vorqualifizierte Kandidaten
- Realistische Erwartungen
- Kurze Verfügbarkeit
Die rechtliche Seite
Ein paar Punkte zur rechtlichen Absicherung: 1. Kein Vertragsbruch: Stellen Sie sicher, dass Kandidaten ihre Kündigungsfristen einhalten können. 2. Keine Geschäftsgeheimnisse: Fragen Sie nicht nach internen Informationen des Ex-Arbeitgebers. 3. Keine Diskriminierung: Behandeln Sie Kurzarbeiter wie jeden anderen Kandidaten. 4. Datenschutz: Verwenden Sie nur öffentlich zugängliche Informationen für die Ansprache. Im Zweifelsfall: Konsultieren Sie Ihren Rechtsbeistand. Aber grundsätzlich ist das Rekrutieren von Kurzarbeitern vollkommen legal.
Ihr 5-Punkte-Aktionsplan
- 1. Identifizieren: Welche Branchen in Ihrer Region haben Kurzarbeit?
- 2. Positionieren: Warum ist Ihre Firma stabiler/attraktiver?
- 3. Kommunizieren: Positive Botschaft, kein Negativframing
- 4. Erreichen: LinkedIn Ads, Google Jobs, lokale Kanäle
- 5. Schnell sein: Kurzarbeiter sind aktiv – reagieren Sie in 24h
Fazit: Krise für die einen, Chance für die anderen
Kurzarbeit ist ein Arbeitsmarkt-Signal: Hier sind qualifizierte Menschen, die offen für Veränderung sind. Für KMU mit Wachstumsplänen ist das eine einmalige Gelegenheit. Die 10'785 Kurzarbeiter (Stand September 2025) sind keine anonyme Masse – es sind erfahrene Fachkräfte, die gerade eine schwierige Zeit durchmachen. Wer ihnen eine echte Alternative bietet, gewinnt loyale, dankbare Mitarbeiter. Das ist kein Ausnutzen einer Krise. Das ist Problemlösung für beide Seiten.
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