
Finn
Chief Recruiter
28. Januar 2026
•4 Min. Lesezeit
Teil von Recruiting Daten & Statistiken für Schweizer KMU: Der umfassende Leitfaden | heyFinn
3.1% Arbeitslosigkeit – und trotzdem finden Sie niemanden
147'275 registrierte Arbeitslose. 35'940 offene Stellen. Die SECO-Zahlen vom Dezember 2025 enthüllen das grösste Paradox des Schweizer Arbeitsmarkts – und was KMU dagegen tun können.
Die Schlagzeilen verkünden steigende Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig klagen KMU über leere Bewerbereingänge. Wie passt das zusammen? Die aktuellen SECO-Daten vom Dezember 2025 liefern die Antwort – und sie ist komplexer als 'es gibt zu wenig Leute'.
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Jetzt startenDie Zahlen: Ein Markt in Bewegung
Dezember 2025 markiert einen Wendepunkt. Die Arbeitslosenquote ist auf 3.1% gestiegen – der höchste Stand seit Jahren. Das entspricht 147'275 registrierten Arbeitslosen, ein Plus von 13% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigt die andere Seite der Medaille: 35'940 offene Stellen sind bei den RAV gemeldet – 18.1% mehr als im Vorjahr. Die Stellensuchendenquote liegt bei 4.9%, mit 231'624 aktiv Suchenden. Das ergibt rechnerisch: 4 Arbeitslose pro offene Stelle. Klingt nach einem Arbeitgebermarkt. Warum fühlt es sich dann nicht so an?
Die Dezember-2025-Bilanz
Arbeitnehmerseite
- 147'275 Arbeitslose (+13% YoY)
- 231'624 Stellensuchende (+10.8% YoY)
- Arbeitslosenquote: 3.1%
- 20'510 Langzeitarbeitslose (+25.9% YoY)
- 3'256 Aussteuerungen/Monat
Arbeitgeberseite
- 35'940 offene Stellen (+18.1% YoY)
- 20'941 meldepflichtige Stellen (+40.6% YoY)
- Saisonbereinigt: 44'012 Stellen
- Ratio: 4 Arbeitslose pro Stelle
- Trotzdem: Rekrutierung schwierig
Das dreifache Mismatch-Problem
Das Paradox hat einen Namen: Mismatch. Und es existiert auf drei Ebenen: 1. Qualifikations-Mismatch: Die Arbeitslosen haben nicht die Skills, die Firmen suchen. Während Bürojobs um 17.4% einbrechen, fehlen Fachkräfte in Pflege, IT und Handwerk. 2. Regionaler Mismatch: Im Kanton Jura liegt die Arbeitslosenquote bei 5.0%, in Appenzell Innerrhoden bei 0.8%. Die Jobs sind nicht dort, wo die Arbeitslosen sind. 3. Erwartungs-Mismatch: Lohnvorstellungen, Pensum, Arbeitsort – oft passen die Erwartungen beider Seiten nicht zusammen.
Die regionalen Extreme (Dezember 2025)
- Höchste Arbeitslosigkeit: Jura (5.0%), Genf (4.7%), Neuenburg (4.5%)
- Niedrigste Arbeitslosigkeit: Appenzell I. (0.8%), Obwalden (1.0%), Uri (1.1%)
- Grösste Zunahme YoY: Deutschschweiz (+15.3%)
- Westschweiz & Tessin: +9.7% YoY (weniger stark)
- Jugendarbeitslosigkeit (15-24): 3.1%
- Ältere (50-64): 2.8% – niedriger als Jugend!
Warum Jugendliche mehr leiden als Ältere
Ein überraschender Datenpunkt: Die Jugendarbeitslosenquote (3.1%) liegt über der Quote der 50- bis 64-Jährigen (2.8%). Das widerspricht dem Klischee vom 'zu teuren' älteren Arbeitnehmer. Die Realität: Erfahrene Fachkräfte sind gefragt. Junge ohne Berufserfahrung haben es schwerer. Für KMU bedeutet das: Investieren Sie in Lehrlinge und Quereinsteiger – dort ist der Talentpool grösser als gedacht.
Die Arbeitslosenquote erreicht im Jahresdurchschnitt 2025 ihren konjunkturneutralen Wert von 2.8%. Die Zunahme um 0.4 Prozentpunkte gegenüber 2024 zeigt: Der Markt normalisiert sich nach den Ausnahmejahren. – SECO Arbeitsmarktbericht Dezember 2025
Tipp für KMU: Viele Unternehmen generieren mit automatisierten Kampagnen und Social Boost schnell passende Bewerbungen.
Die versteckten 84'349: Nichtarbeitslose Stellensuchende
Eine oft übersehene Zahl: Von den 231'624 Stellensuchenden sind nur 147'275 arbeitslos. Die restlichen 84'349 sind beschäftigt, aber auf der Suche. Das sind: - Teilzeitbeschäftigte, die aufstocken wollen - Unzufriedene, die heimlich suchen - Befristet Angestellte vor Vertragsende - Kurzarbeiter, die Alternativen prüfen Diese Gruppe ist für Recruiter Gold wert: Motiviert, verfügbar, mit aktueller Berufserfahrung. Aber sie antworten nicht auf Standard-Jobanzeigen auf jobs.ch.
Wie Sie die 'versteckten Suchenden' erreichen
- Social Recruiting: LinkedIn, Instagram, TikTok – dort sind die passiv Suchenden
- Google Ads: 70% der Jobsuchen starten bei Google, nicht auf Jobportalen
- Arbeitgeber-Branding: Zeigen Sie, warum ein Wechsel zu Ihnen lohnt
- Schnelle Prozesse: Wer schon einen Job hat, wartet nicht 3 Wochen auf eine Antwort
- Flexible Angebote: 80-100% statt 100% öffnet Türen
- Empfehlungsprogramme: Ihre besten Mitarbeiter kennen die besten Kandidaten
Kurzarbeit als Frühindikator
Ein weiterer Datenpunkt verdient Aufmerksamkeit: Die Kurzarbeit steigt. Im September 2025 waren 10'785 Arbeitnehmende betroffen – +48.2% mehr Betriebe als im Vorjahr. Das signalisiert: Einige Branchen kämpfen. Für clevere Recruiter bedeutet das: In diesen Firmen sitzen wechselwillige Talente, die um ihre Zukunft bangen. Kurzarbeit-Branchen identifizieren und gezielt dort rekrutieren – das ist die unterschätzte Chance.
Jahresdurchschnitt 2024 vs. 2025
2024
- Arbeitslose: 112'563
- Arbeitslosenquote: 2.4%
- Stellensuchende: 184'529
- Kurzarbeit-Ausgaben: 192 Mio. CHF
- Aussteuerungen: Niedriger
2025
- Arbeitslose: 133'712 (+18.8%)
- Arbeitslosenquote: 2.8% (+0.4 Pp.)
- Stellensuchende: 214'098 (+16%)
- Kurzarbeit-Ausgaben: 228 Mio. CHF
- Aussteuerungen: +28.4%
Was bedeutet das für Ihr Recruiting?
Das Paradox löst sich auf, wenn man genauer hinschaut: 1. Es gibt mehr Kandidaten – aber nicht unbedingt für Ihren Job 2. Die besten Kandidaten sind beschäftigt – Sie müssen sie aktiv ansprechen 3. Regionale Pools variieren stark – erweitern Sie Ihren Suchradius 4. Schnelligkeit gewinnt – in einem Markt mit 4 Arbeitslosen pro Stelle können Sie wählerisch sein, aber nicht langsam Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie können Sie von beiden Trends profitieren – dem grösseren Kandidatenpool UND der geringeren Konkurrenz durch überforderte HR-Abteilungen.
Fazit: Das Paradox als Chance
3.1% Arbeitslosigkeit ist keine Katastrophe – es ist eine Normalisierung nach den Ausnahmejahren. Für KMU bedeutet das: - Mehr Kandidaten im Markt - Aber auch: mehr Wettbewerb um die Besten - Die Lösung: Schneller, smarter, zielgerichteter rekrutieren Wer versteht, dass das 'Paradox' eigentlich ein Mismatch-Problem ist, kann es lösen. Nicht durch Warten auf den perfekten Kandidaten – sondern durch aktives Recruiting, flexible Angebote und moderne Kanäle.
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