
Gjenc Nikollbibaj
Gründer
15. Februar 2026
•8 Min. Lesezeit
Teil von Recruiting Daten & Statistiken für Schweizer KMU: Der umfassende Leitfaden | heyFinn
Das Wachstum der Schweizer Erwerbsbevölkerung halbiert sich — und im Tiefszenario schrumpft sie ab 2034
Neue BFS-Szenarien zeigen: Selbst im Referenzszenario sinkt das jährliche Wachstum von 0.85% auf 0.41%. Gleichzeitig bleiben 128.8 Indexpunkte an offenen Stellen im Markt. Eine Datenanalyse für Schweizer KMU.
Die Schweizer Wirtschaft hat ein Problem, das sich nicht weginflationieren lässt: Die Menschen gehen aus. Die neuen BFS-Szenarien zur Entwicklung der Erwerbsbevölkerung 2025–2055 zeigen eine klare Kurve nach unten — nicht bei der absoluten Zahl, sondern beim Wachstumstempo. Im Referenzszenario wächst die Erwerbsbevölkerung von 5.16 Millionen (2023) auf 5.29 Millionen (2026) — das klingt noch gesund. Aber das jährliche Wachstum halbiert sich bis 2037 von 0.85% auf 0.41%. Im Tiefszenario stagniert die Erwerbsbevölkerung bei 5.28 Millionen ab 2034 — und schrumpft danach. Gleichzeitig zeigt der KOF Job Tracker mit 128.8 Indexpunkten (Februar 2026), dass die Nachfrage nach Arbeitskräften zwar vom Höchststand 160 (Q3 2022) zurückgekommen ist, aber deutlich über dem Vor-Corona-Niveau von ~105 liegt. Das bedeutet: Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage schliesst sich nicht — sie verändert nur ihre Form. In dieser Datenanalyse zeigen wir, was die BFS-Szenarien für Schweizer KMU konkret bedeuten, welche Kantone am stärksten betroffen sind, und welche drei Hebel jetzt noch funktionieren.
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Jetzt Stelle ausschreibenDie 8 wichtigsten Fakten im Überblick
- BFS-Referenzszenario: Die Erwerbsbevölkerung wächst von 5.16 Mio. (2023) auf 5.29 Mio. (2026) — aber das Wachstum halbiert sich bis 2037 auf nur noch 0.41% pro Jahr
- BFS-Tiefszenario: Ab 2034 stagniert die Erwerbsbevölkerung bei 5.28 Mio. und schrumpft danach — auf unter 4.76 Mio. bis 2075
- Die Erwerbsquote sinkt von 58% (2023) auf 55% bis 2055 im Referenzszenario — ein struktureller Rückgang durch Alterung
- KOF Job Tracker bei 128.8 (Februar 2026): Nachfrage deutlich über Vor-Corona-Niveau (~105), trotz Rückgang vom Peak 160 (Q3 2022)
- Offene Stellen sind von 130'000 (2022) auf unter 90'000 (2025) gesunken — aber pro verfügbare Arbeitskraft bleiben mehr unbesetzt
- Die Kantone Genf (155) und Waadt (158) haben die höchste Jobnachfrage, Zürich liegt bei 123, Bern bei 130
- Deutschland erlebt 2026 erstmals einen absoluten Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials (IAB) — die Schweiz folgt im Tiefszenario ab 2034
- KOF-Konjunkturbarometer bei 102.5 (Januar 2026): Die Wirtschaft wächst weiter — und braucht weiter Personal
Was die BFS-Szenarien zeigen: Die Wachstumskurve knickt ab
Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht regelmässig Szenarien zur Entwicklung der Erwerbsbevölkerung. Die aktuellen Projektionen (2025–2055) zeigen ein Bild, das auf den ersten Blick beruhigt — und auf den zweiten alarmiert. Referenzszenario (A-00-2025): Wachstum ja, aber immer langsamer Die Erwerbsbevölkerung wächst von 5'161'909 (2023) auf 5'287'553 (2026) und erreicht 2055 rund 5'838'007. Das entspricht einem Zuwachs von +13% über 32 Jahre. Klingt stabil — ist es aber nicht: - 2024–2026: Wachstum von +0.69% bis +0.85% pro Jahr - 2030–2035: Wachstum sinkt auf +0.52% pro Jahr - 2037–2045: Wachstum nur noch +0.41% pro Jahr - Ab 2050: Praktisch Stagnation bei +0.09% pro Jahr Die Erwerbsquote sinkt parallel von 58% auf 56% (2050) und 55% (2070). Der Grund: Die Babyboomer-Generation (Jahrgänge 1955–1970) geht bis 2035 in Pension — und wird durch geburtenschwächere Jahrgänge ersetzt. Tiefszenario (C-00-2025): Stagnation ab 2034, dann Schrumpfung Im pessimistischen Szenario — weniger Zuwanderung, tiefere Erwerbsbeteiligung — erreicht die Erwerbsbevölkerung ihren Höchststand bei 5'276'884 (2034) und sinkt danach. Bis 2055 fallen wir auf 5'132'349 zurück — das ist weniger als heute. Bis 2075 sogar auf 4'761'260. Für KMU heisst das: Der Arbeitskräftepool, aus dem Sie rekrutieren, wird strukturell kleiner. Nicht morgen — aber in den nächsten 8–10 Jahren spürbar.
BFS-Referenzszenario vs. Tiefszenario: Was kommt auf KMU zu?
Referenzszenario (Best Case für KMU)
- Erwerbsbevölkerung wächst bis 2055 auf 5.84 Mio. (+13%)
- Zuwanderung bleibt stabil und kompensiert Alterung teilweise
- Erwerbsquote sinkt moderat von 58% auf 55%
- Recruiting wird schwieriger, bleibt aber machbar — mit den richtigen Kanälen
- Wachstum halbiert sich: von 0.85% (2026) auf 0.41% (2037)
Tiefszenario (Stresstest für KMU)
- Erwerbsbevölkerung stagniert ab 2034 bei 5.28 Mio. — und schrumpft danach
- Weniger Zuwanderung, tiefere Geburtenraten, restriktivere Migrationspolitik
- Erwerbsquote fällt auf 53% bis 2075 — 5 Prozentpunkte unter heute
- Recruiting wird zum Nullsummenspiel: Jede Einstellung ist ein Verlust für einen anderen Arbeitgeber
- Bis 2055 weniger Erwerbstätige als heute — absoluter Rückgang
Der KOF Job Tracker: 128.8 Punkte — Nachfrage bleibt hoch
Während die Angebotsseite strukturell unter Druck gerät, zeigt die Nachfrageseite keine Entspannung. Der KOF Job Tracker liegt im Februar 2026 bei 128.8 Indexpunkten. Zum Vergleich: - Vor Corona (2019): ~105 Punkte - Peak (Q3 2022): ~160 Punkte - Aktuell (Feb 2026): 128.8 Punkte Der Rückgang vom Höchststand ist real — aber die Nachfrage liegt immer noch 23% über dem Vor-Corona-Niveau. Das bedeutet: Trotz konjunktureller Abkühlung werden strukturell mehr Arbeitskräfte gesucht als vor der Pandemie. Die kantonalen Unterschiede sind dabei frappant: - Genf: ~155 Indexpunkte — höchste Nachfrage - Waadt: ~158 Punkte — Romandie boomt - Bern: ~130 Punkte — stabil - Zürich: ~123 Punkte — unter dem Schnitt, aber absolut grösster Markt - Tessin: deutlich tiefer — strukturelle Schwäche Für KMU in der Romandie und der Deutschschweiz bleibt die Botschaft: Die Konkurrenz um Arbeitskräfte ist real — unabhängig davon, was die Konjunktur gerade macht.
Warum die offenen Stellen sinken — aber das Problem bleibt
Die Zahl der offenen Stellen ist von 130'000 im Rekordjahr 2022 auf unter 90'000 (2025) gesunken. Das klingt nach Entspannung. Ist es aber nicht. Der Rückgang hat zwei Ursachen: 1. Konjunkturelle Abkühlung Einige Branchen stellen weniger ein — Industrie, Export, Bau. Der KOF-Barometer bei 102.5 zeigt: Die Wirtschaft wächst, aber verhalten. 2. Resignation Viele Unternehmen haben aufgehört, Stellen auszuschreiben, die sie ohnehin nicht besetzen können. Die offene Stelle verschwindet aus der Statistik — der Bedarf bleibt. Das Verhältnis offene Stellen pro verfügbare Arbeitskraft hat sich kaum verbessert. Denn gleichzeitig sinkt auch die Zahl der Arbeitssuchenden: Die Arbeitslosenquote liegt bei 2.8% — historisch tief. Das Ergebnis: Weniger sichtbare Vakanzen, aber gleich hoher Rekrutierungsdruck. Für KMU, die mit Grossunternehmen um dieselben Profile konkurrieren, wird Sichtbarkeit zur Überlebensfrage.
Die demografische Zeitenwende ist kein Zukunftsszenario — sie ist eine mathematische Gewissheit. Die Babyboomer gehen in Pension, und es kommen weniger nach. Wer heute nicht in Recruiting-Kanäle investiert, rekrutiert morgen aus einem leeren Pool.
Tipp für KMU: Die BFS-Daten zeigen: Selbst im besten Fall halbiert sich das Wachstum der Erwerbsbevölkerung bis 2037. Im Tiefszenario schrumpft sie ab 2034. Wer heute seine Recruiting-Kanäle ausbaut und Prozesse beschleunigt, hat in 5 Jahren einen strukturellen Vorteil gegenüber Unternehmen, die erst reagieren, wenn der Pool leer ist.
Der europäische Kontext: Deutschland als Frühwarnung
Was der Schweiz bevorsteht, erleben andere Länder bereits. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat für 2026 erstmals einen absoluten Rückgang des deutschen Erwerbspersonenpotenzials prognostiziert — nicht nur langsameres Wachstum, sondern tatsächliche Schrumpfung. Die Zahlen aus Deutschland: - 36% der Unternehmen können offene Stellen nicht besetzen (DIHK) - 83% erwarten negative Konsequenzen durch Fachkräftemangel - 57% brauchen dual ausgebildete Fachkräfte — die es nicht mehr gibt - Im Gesundheitswesen sind 46'000+ Stellen unbesetzt Die Parallele zur Schweiz ist offensichtlich: Beide Länder haben alternde Bevölkerungen, hohe Erwerbsquoten (die nicht mehr steigen können) und sind auf Zuwanderung angewiesen. Der Unterschied: Deutschland ist 8–10 Jahre voraus in der demografischen Kurve. Was deutsche Unternehmen heute erleben — leere Bewerbungseingänge, monatelange Vakanzen, Abwerbungswettbewerb — wird in der Schweiz zum Standard, wenn das BFS-Tiefszenario eintritt. Für Schweizer KMU heisst das: Die Abhängigkeit von Zuwanderung ist keine politische Frage — sie ist eine mathematische Notwendigkeit.
Drei Hebel, die jetzt noch funktionieren
Die demografische Zeitenwende lässt sich nicht aufhalten. Aber Schweizer KMU können sich darauf vorbereiten. Drei Hebel zeigen in den Daten die grösste Wirkung: 1. Die stille Reserve aktivieren: Ü55 und Teilzeit Das BFS-Szenario «Stärkere Erwerbsbeteiligung im höheren Alter» (A-10-2025) zeigt: Wenn Ü55-Beschäftigte länger im Arbeitsmarkt bleiben, wächst die Erwerbsbevölkerung bis 2055 auf 5.88 Mio. statt 5.84 Mio. Gleichzeitig zeigt das Szenario «Verbesserte Vereinbarkeit» (A-08-2025) ein Potenzial von bis zu 6.14 Mio. — durch höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Eltern. Konkret: Flexible Arbeitszeitmodelle für Ü55 und echte Vereinbarkeit für Eltern sind keine Sozialromantik — sie sind wirtschaftliche Notwendigkeit. 2. Sichtbarkeit dort schaffen, wo Kandidaten sind Der Social-Recruiting-Gap zwischen KMU und Grossunternehmen ist messbar. KMU verlieren nicht, weil sie schlechtere Arbeitgeber sind — sie verlieren, weil sie unsichtbar sind. Wer heute nicht auf den Kanälen präsent ist, auf denen potenzielle Mitarbeitende scrollen, existiert für sie nicht. 3. Recruiting-Prozesse beschleunigen In einem schrumpfenden Arbeitsmarkt gewinnt, wer schneller ist. Die durchschnittliche Time-to-Hire in der Schweiz liegt bei 30–45 Tagen. KMU, die mit Smart Funnels und automatisiertem Screening arbeiten, reduzieren das auf unter 14 Tage — und fangen Kandidaten ab, bevor die Konkurrenz reagiert.
Methodik und Quellen
Primärdaten: - BFS Szenarien zur Entwicklung der Erwerbsbevölkerung 2025–2055: 10 Szenario-Varianten (Referenz, hoch, tief, plus 7 thematische Varianten). Daten: Erwerbsquote und Erwerbsbevölkerung nach Jahr. Quelle: PX-Web BFS, Cube px-x-0104020000_106 - KOF Job Tracker: Täglicher Index der Online-Stelleninserate, indexiert auf 2020=100. Letzte Beobachtung: 128.8 (Februar 2026). Quelle: KOF Datenservice, ETH Zürich - KOF Konjunkturbarometer: Monatlicher Frühindikator. Letzte Beobachtung: 102.5 (Januar 2026). Quelle: KOF Datenservice - KOF Kantonale Job Tracker: Zürich (123), Bern (130), Waadt (158), Genf (155), Basel-Stadt, Tessin, Aargau, Luzern, St. Gallen. Quelle: KOF Datenservice Sekundärquellen: - SECO: Offene Stellen und Arbeitsmarktstatistik - IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung): Erstmaliger Rückgang des deutschen Erwerbspersonenpotenzials 2026 - DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag): Fachkräfteengpass-Befragung — 36% können nicht besetzen, 83% erwarten negative Konsequenzen - Blick / SRF: Berichterstattung über sinkende offene Stellen in der Schweiz (130'000 → <90'000) Methodische Hinweise: - BFS-Szenarien sind Projektionen, keine Prognosen. Sie zeigen, was unter bestimmten Annahmen eintritt - Das Referenzszenario (A-00-2025) geht von stabiler Zuwanderung und moderater Erwerbsbeteiligungssteigerung aus - Das Tiefszenario (C-00-2025) modelliert restriktivere Migration und tiefere Geburtenraten - KOF Job Tracker misst ausgeschriebene Stellen — nicht den tatsächlichen Bedarf (der höher liegt)
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