Arbeitsmarkt-Puls November 2026: Warum 18,3% mehr RAV-Stellen kein Aufschwung sind
Gjenc Nikollbibaj

Gjenc Nikollbibaj

Gründer

•

2. November 2026

•

4 Min. Lesezeit

Artikel teilen:

Teil von Recruiting Daten & Statistiken für Schweizer KMU: Der umfassende Leitfaden | heyFinn

Arbeitsmarkt-Puls November 2026: Warum 18,3% mehr RAV-Stellen kein Aufschwung sind

Die RAV melden deutlich mehr offene Stellen, der Adecco-Index kaum, und der KOF-Indikator gibt leicht nach. Was hinter den Zahlen steckt und was das für Schweizer KMU bedeutet.

+18,3%. So stark ist die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen im Jahresvergleich gestiegen. Wer nur diese Zahl liest, sieht einen Aufschwung. Der Swiss Job Market Index von Adecco zeigt für das dritte Quartal aber nur +0,8%, und der KOF-Beschäftigungsindikator ist am 2. November von 2,3 auf 2,0 Punkte gefallen. Unsere Lesart: Der Stellenmarkt ist stabil, nicht im Aufbruch. Ein guter Teil des RAV-Plus dürfte damit zusammenhängen, dass 2026 deutlich mehr Berufe meldepflichtig sind. Dieser Puls fasst den Datenstand vom 2. November 2026 zusammen und zeigt, was er für Ihre Stellenbesetzung heisst.

Mobile Bewerbung, klare Kosten Eine Kampagne pro Stelle, transparenter Preis ab CHF 340 inklusive Werbebudget – und alle Bewerbungen in Ihrem eigenen Dashboard.

Kostenlos starten

Die 5 wichtigsten Signale im November 2026

  • KOF-Beschäftigungsindikator: 2,0 Punkte im vierten Quartal, nach 2,3 im Vorquartal. Weiter über dem langjährigen Mittel von 1,7 (rund 4'500 befragte Firmen).
  • Arbeitslosigkeit: 3,0% im September, saisonbereinigt 3,1%. 140'480 Arbeitslose, 5,4% mehr als vor einem Jahr (SECO).
  • RAV-Stellen: 44'199, 18,3% mehr als im Vorjahr. Davon sind 66,2% meldepflichtig (SECO).
  • Swiss Job Market Index: +0,8% im dritten Quartal, sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch dem Vorjahr (Adecco).
  • KOF Konjunkturbarometer: 107,6 im Oktober, 1,5 Punkte tiefer als im September, aber weiter über dem mittelfristigen Durchschnitt.

Das Rätsel: Warum die RAV 18,3% mehr Stellen melden

Die zwei Quellen messen Unterschiedliches. Die RAV-Zahl zeigt die gemeldeten Stellen, der Adecco-Index die ausgeschriebenen Stellen im Markt. Und zwischen 2025 und 2026 hat sich geändert, was gemeldet werden muss. Seit dem 1. Januar 2026 sind unter anderem Köchinnen und Köche sowie Reinigungspersonal und Hilfskräfte in Büros, Hotels und anderen Einrichtungen meldepflichtig. Der Anteil der Erwerbstätigen in meldepflichtigen Berufsarten stieg dadurch von 6,5% auf 10,8%. Mehr meldepflichtige Berufe führen fast zwangsläufig zu mehr gemeldeten Stellen, auch wenn nicht mehr Stellen entstehen. Wichtig: Das SECO weist diesen Effekt nicht separat aus. Wie gross er ist, können wir nicht beziffern, das ist unsere Interpretation. Aber der Abstand zum Adecco-Index spricht dafür, das RAV-Plus nicht als Nachfrageboom zu lesen. Praktische Folge für Sie: Wenn Sie Köche oder Reinigungspersonal suchen, gilt seit diesem Jahr die Sperrfrist von fünf Arbeitstagen. Mehr dazu in unserer Anleitung Social Recruiting selbst machen.

Wer laut KOF Stellen plant und wer eher nicht

Eher Aufbau

  • Baugewerbe: klare Mehrheit erwartet Stellenaufbau
  • Übrige Dienstleistungen: +4,4 Punkte, aber tiefster Wert seit Anfang 2021 (Ende 2025: 9,6)
  • Gesamtwirtschaft: mehr Firmen planen Aufbau als Abbau (Saldo 3,2)

Eher Abbau

  • Gastgewerbe und Detailhandel: Mehrheit erwartet Stellenabbau
  • Verarbeitendes Gewerbe: –3,4 Punkte, aber sich verbessernd
  • Grosshandel: –1,0 Punkte, sich verbessernd

Handwerk: Der Mangel lässt nach, bleibt aber in einzelnen Berufen

Der Adecco-Index widmet sich im dritten Quartal dem Handwerk und den technischen Berufen. Die Zahl der offenen Stellen liegt dort 131% über 2015/16, im Gesamtindex sind es nur 30%. Im Bau- und Ausbaugewerbe beträgt das Plus 173%, bei Elektrikern und Elektronikern 134%. Das Bild ist aber differenzierter, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Der Fachkräftemangel hat sich seit 2023 entspannt. Nur noch Elektriker und Elektroniker (Rang 4) sowie Polymechaniker und Automobilmechatroniker (Rang 5) liegen laut Adecco im oder nahe am Mangelbereich. Ein grosser Teil des Wachstums entfällt auf wenige Berufe wie Spengler, Sanitär- und Heizungsinstallateure sowie Automechaniker. Wer dort sucht, sollte nicht mit vielen aktiven Bewerbungen rechnen.

Arbeitslosigkeit: Stabil, aber mit einer Lücke bei den Älteren

Die Quote verharrt im September bei 3,0%, und die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber August um 1'064. Stabilisierung also, aber auf höherem Niveau als vor einem Jahr. Auffällig ist die Altersverteilung. Bei den 50- bis 64-Jährigen stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich um 6,3%, bei den 15- bis 24-Jährigen um 3,5%. Die Quote der Älteren liegt mit 2,6% zwar weiter tiefer als jene der Jungen (3,3%). Für KMU heisst das aber auch: Es gibt erfahrene Fachleute, die eine Stelle suchen. Wer in seiner Anzeige nur junge Bilder zeigt, spricht sie kaum an.

Ein stabiler Markt ist kein leichter Markt. Wer gute Leute will, muss sie weiterhin dort ansprechen, wo sie nicht aktiv suchen.

Tipp für November 2026: Suchen Sie Köche oder Reinigungspersonal? Prüfen Sie vor der nächsten Ausschreibung den Check-up auf arbeit.swiss. Beide Berufe sind seit diesem Jahr meldepflichtig.

Kostenloses Bewerber-Dashboard →

So erreicht heyFinn Kandidaten, die nicht aktiv suchen

Facebook- und Instagram-Kampagne aus Ihrer Stellenanzeige, mit mobiler Kurzbewerbung.

  1. Stelle hochladen oder einfügen

    Sie kopieren Ihre Stellenbeschreibung als Text, PDF oder Link in heyFinn. Optional fügen Sie Logo oder Teamfoto hinzu.

  2. KI erstellt Inserat & Bewerbungsseite

    heyFinn analysiert die Angaben und erstellt ein mobiloptimiertes Inserat, eine Landingpage und 4–5 einfache Screening-Fragen.

  3. Optionales Abo wählen – KI den Social Boost

    Wenn Sie möchten, wählen Sie ein heyFinn-Abo mit inkludiertem Anzeigenbudget. Die KI übernimmt Zielgruppen, Varianten und Aussteuerung auf Facebook & Instagram.

  4. Bewerbungen im Dashboard bearbeiten

    Alle Bewerbungen landen strukturiert im Dashboard – inklusive Antworten auf Screening-Fragen und optionaler CV-Analyse.

Möchten Sie den Ablauf unverbindlich testen?

Jetzt Inserat generieren

Stellen besetzen, auch wenn niemand aktiv sucht

Fügen Sie den Link zu Ihrer bestehenden Stellenanzeige ein. heyFinn erstellt daraus eine Facebook- und Instagram-Kampagne mit mobiler Kurzbewerbung. Ab CHF 340, Werbebudget inklusive.

Erste Kampagne erstellen

Was das für Ihre Rekrutierung bedeutet

1. Rechnen Sie nicht mit einer Bewerbungswelle. Mehr Arbeitslose bedeuten nicht automatisch mehr passende Bewerbungen, schon gar nicht im Handwerk. 2. Prüfen Sie die Meldepflicht früh. Die Liste 2026 ist länger. Planen Sie die fünf Arbeitstage ein, bevor Sie eine Stelle öffentlich ausschreiben. 3. Nutzen Sie Ihre Chance im Bau früh. Wenn eine klare Mehrheit der Baufirmen Aufbau plant, wird die Konkurrenz um dieselben Leute nicht kleiner. 4. Im Gastgewerbe genauer hinschauen. Die Branche plant insgesamt Abbau, einzelne Betriebe suchen vor der Wintersaison trotzdem dringend. Das sind genau die Fälle, in denen ein früher Start zählt. Grenze dieser Einordnung: Die Daten sind Stimmungen und Bestände, keine Prognose für Ihren Beruf in Ihrer Region. Für eine einzelne Stelle sagt Ihre eigene Rücklaufquote mehr aus als jeder Index.

Ausblick: Was als Nächstes kommt

Die SECO-Zahlen für Oktober erscheinen voraussichtlich in den nächsten Tagen. Spannend wird, ob die saisonbereinigte Quote bei 3,1% bleibt und ob sich der Anstieg der RAV-Stellen fortsetzt. Die KOF-Prognose bleibt freundlich: Das BIP soll 2026 real um 1,9% wachsen. Die Schlüsselfrage für den Winter lautet, ob diese Stabilität auch im Gastgewerbe und im Detailhandel ankommt.

Weiterführende Artikel

Lassen Sie uns Ihre offenen Stellen sichtbar machen – modern, zielgerichtet und erfolgreich. Starten Sie jetzt mit uns und erreichen Sie die Talente, die wirklich zu Ihrem Unternehmen passen.

Kostenloses ATSKarriereseite erstellenHandwerker SoftwareBewerbermanagement-System

© 2026 heyfinn.ai. Alle Rechte vorbehalten.

Arbeitsmarkt-Puls November 2026: Mehr Stellen? Nicht ganz